Neben reißenden Flüssen, beeindruckenden Fjorden und gemeinen Mückenviehchern

Wie es die Überschrift schon erahnen lässt, wir befinden uns in der tiefsten Wildnis Norwegens. Könnte man meinen, dabei ist das hier Wirklichkeit, egal wo man hinschaut. Los geht es mit einem kleinen Zwischenbericht für alle Daheimgebliebenen.
Wir sind heute schon gut 12 Tage unterwegs und und können ein kleines Stück zurückschauen. Beim letzten Mal habe ich euch von meinen Vorstellungen geschrieben. Davon, dass ich gern gemütlich an einem Lagerfeuer sitzen möchte, eingekuschelt in eine warme Decke und ein Würstchen über dem Feuer. Unsere Realität sah tatsächlich dem sehr ähnlich. Erst vor ein paar Tagen übernachteten wir an einem idyllischen Plätzchen. Nah am Fluß am Fuße einer Bergkette. Neben uns ein Pärchen, ich schätze mal in den 50ern. Auch sie waren auf der Reise und suchten einen Platz zum entspannen. Nachdem wir unseren Camper in Position geparkt hatten, flitzten die Kinder schon los, über die riesengroße Wiese bis an das andere Ende des Geländes. Dort wartete ein toller Spielplatz mit Rutschen, Sandspielzeug und Dreirädern. Nich supermodern und keinesfalls neu aber ich liebe es zu sehen das Kinder mit älteren Dingen die nicht mehr ganz funktionieren, trotzdem eine unheimliche Freude haben können. Für sie war der Tag also gerettet. Ich sehnte mich ja nach einem Feuerchen und dieser Wunsch wurde erhört. Direkt neben dem Spielplatz hatten wir die Möglichkeit zu essen, gemütlich zu sitzen und in drei dafür gemauerten Plätzen eine Lagerfeuer zu machen. Ein großer Vorrat an gehacktem Holz lag schon bereit. Schnell war das Feuer gemacht und mein allerliebster und bester Mann zauberte eine Flasche Wein hervor. Dazu kann ich sagen, die Flasche war ein Geschenk des Hauses für das Geburtstagskind (hüstel). Gemeinsam mit dem benachbarten Pärchen genossen wir den tollen Abend am Feuer. Jetzt wo ich das gerade schreibe fallen mir noch ein ganz wichtige Punkte ein, die ich fast vergessen hätte. Da ich aber ungern den Text ändern möchte, gibt es hier mal einen kurzen Schnitt.

Während unserer Anreise pausierten wir zuvor eine Nacht in Dänemark. Dort besuchten wir einen Freund von mir, den ich nun schon 15 Jahre kenne. Casper wohnt mit seinen Eltern in Dänemark und war damals ein Jahr als eine Art Austauschschüler in Deutschland. Wir machten damals gemeinsam Tanzschule. Casper bekam 2 Tage vor unserer Ankunft eine Nachricht von mir und schwubbs, alle warteten auf uns. Dort gab es einen wundervollen Empfang, alles war superherzlich. Schade das wir am nächsten Tag schon weiter mussten. Casper und seine Eltern luden uns zu einem leckeren Grillabend ein und anschließend wollten unsere Kinder unbedingt noch im anliegenden See angeln. Gesagt, getan, schnappten wir uns die Schwimmflügel der Kinder und stiegen in das Ruderboot. Mitten auf dem See bei Sonnenuntergang zeigte uns Casper wie man angelte, denn das wollten wir unbedingt in Norwegen selbst versuchen. An dem Abend hatte die Fische mehr Glück als wir, denn sie blieben verschont. Wir aber hatten Lust bekommen und uns ganz oben auf unserer Liste eine Angel notiert, die wir noch kaufen mussten. Der Abend war viel zu schnell zu Ende und am nächsten Morgen ging es zeitig los, denn wir durften unsere Fähre nicht verpassen.

Nach der Überfahrt, endlich in Norwegen angekommen ging die Stellplatzsuche los, planlos irrten wir umher, denn unser Navi hatte Norwegen nicht auf dem Schirm- NAAAAA SUPER.
Mit einem miesen Internet und einer noch mieseren Orientierung hatten wir es, wie auch immer zu einem Stellplatz geschafft. Müde von der Fahrt gab es nur ein kurzes Abendbrot. In dieser Nacht schüttete es aus Kannen, sowas haben selbst die Norweger schon lange nicht mehr erlebt. Herzlich willkommen Familie Schröder sag ich dann nur. Naja egal, am Morgen danach begegnete uns ein Junger Mann, an seiner Angel ein Fisch. War sein erster Fang überhaupt, ist ganz easy meinte er. Ihr könnt euch denken was wir als nächstes getan haben oder?
Genau, auf unserem nächsten Weg musste es doch irgendwo ein Geschäft mit Angelzubehör geben. Die Zwischenziele erspare ich euch jetzt denn bis dahin vergingen einige Kilometer. Am Shop angekommen, standen wir nichtsahnend vor all dem Zubehör und kauften letztendlich 3 Angeln und eine Box mit Ködern jeder Art. Am nächsten Tag, der Mittagsstellplatz war gefunden, ein ganz tolles Fleckchen Erde, stellten wir unseren Grill auf. Die Kinder wollten grillen und Marcel wollte die Angel ausprobieren. Der erste Versuch scheiterte, der zweite auch. Nach dem Essen schnappte er sich Milli und die beiden gingen nochmal ein Stück Flussaufwärts. Die Zeit verging bis ich die zwei habe rufen hören. Siehe an, der erste Fang war gelungen. Eine tolle Bachforelle haben die zwei gefangen. Nur waren wir ja schon fertig und die Glut hätte nicht mehr gereicht. Nicht schlimm, denn im Kühlschrank hält er sich ja ein bisschen. Weiter ging unsere Reise, bis wir auf dem tollen Stellplatz ankamen von dem ich euch oben berichtet habe.

Diese gefangene Forelle brutzelte nun auf dem Rost des Feuers und rundete meinen Geburtstag ab. An diesem Abend fielen wir vier erst gegen halb 12 ins Bett. Ein gelungener Tag. Am nachten Morgen bzw. Mittag fuhren Marcel und Milli eine Runden mit dem Kanu und angelten noch 2 Forellen. Und stellt euch vor, ich habe auch meinen ersten Fisch gefangen. Voller Stolz war auch das am nächsten Abend unsere Mahlzeit. Neben dem oberleckeren Stockbrot welches nicht zu vergessen ist. Kennt ihr das? Ich habe das in meiner Kindheit oft und sehr gern gemacht. Einen süßen Hefeteig um einen Stock gewickelt und über dem Feuer gebacken. Hmmm wie warmes Milchbrötchen super lecker. Mit kugelrunden Bäuchen sind wir anschließend zu Bett gegangen. Ich überfliege gerade meinen Text, es ließt sich ja wie im Schlaraffenland hihi.
Am nächsten morgen hieß es aber weiterfahren zum nächsten Etappenziel. Auf dem Weg dahin fuhren wir wieder an gigantischen Fjorden entlang, wirklich beeindruckende Momente. Manches kann man garnicht in Bilder festhalten oder in Worte fassen, dass muss man einfach sehen. Diese Schönheit der Natur habe ich selten so bewundert.
Nun aber noch schnell zum hier und jetzt. Unser aktueller Platz ist auf dem ersten Blick wieder ein Traum. Ein Stellplatz im Wald, ich schreibe das gerade und höre den Fluss rauschen. Die Kulisse zwischen den Bergen ist wieder phänomenal. Kommen wir zum letzten Punkt der Überschrift, wir können nicht vor die Tür, selbst Sammy wird gestochen. Die Kinder und ich haben das Gesicht voller roter Punkte, weil sich irgendwelche gemeinen Minimücken denken uns beißen oder stechen zu müssen. Wir sehen aus als hätte uns jemand Sauerkirschsaft ins Gesicht genießt. Marcels Beine sehen ähnlich aus.
Ich bin gespannt was diese Nacht bringt und werde morgen abschließend noch ein paar Zeilen ergänzen.
So die Nacht war überstanden, wir sind voll von Mückenstichen aber bleiben der Aussicht wegen noch eine Nacht. Ich lasse euch mal ein paar Bildchen da, vielleicht bekommt ihr ja auch Lust auf so ein Abendteuer.
Ich drück euch ganz fest, eure Mary

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.